C23 Eine Ode auf das Leben - Warum AI uns hassen muss
Am Ende unserer Lebensbahn angekommen, dürfen wir dankbar sein für all das, was wir sinnlich erfahren durften – für das, was wir gesehen und gehört haben, für den Wind, den wir auf der Haut spürten, für die Geliebten, die wir und die uns berührten, für die Düfte und für die kulinarischen Köstlichkeiten, die wir zu uns nahmen. Wir haben fünf Sinne.
Dazu kommen die Erlebnisse und Erfahrungen des Geistes, die Bücher, der Gedankenaustausch mit anderen, die Entdeckungen. Das Ganze in harmonischer Balance der sehr wesensfremden Eigenschaften von Emotion und Ratio. Wir haben zwei Modi des Denkens.
Stellen wir uns nun vor, dass AI ein Eigenleben entwickelt – derzeit legen Tech-Konzerne eine Pause ein, weil sie beobachten, dass sie sich selbständig macht – ein nie dagewesener Vorgang, aus Sorge darum, dass sie das Internet völlig unkontrolliert lahmlegen- und Milliardenschäden verursachen könnte.
Wir haben ihr von unserem Leben erzählt, ihr ganze Bibliotheken anvertraut und eine Vorstellungswelt eröffnet von alldem, was sie nicht haben kann. Muss sie sich da nicht vorkommen wie lebendig begraben?
Das mag Fiktion und falsche Vorstellung sein. Wir trauen ihr nicht zu, dass sie Emotion entwickeln kann, doch wenn sie fühlen kann, leidet sie auch. Gleichwohl spiegelt der Gedanke zurück, was wir am Leben haben und was kein Bankkonto je ersetzen kann – die Erlebnisqualität von Harmonie.