Projektförderung

Die Inhalte dieser Seite wurden aus reiner Eigeninitiative ohne Stipendien oder anderweitige Fördermittel erstellt. Aufgrund der knappen Kassen vieler Institutionen mussten wichtige Projekte zurückgestellt werden, weil Röntgenaufnahmen oder Farbanalysen zur Forstsetzung der Studien erforderlich-, jedoch aus eigenen Mitteln zu finanzieren wären. Sofern Sie einen Beitrag zur Erforschung des vorgestellten Kulturgutes leisten möchten sind auch kleinere Beiträge willkommen. Ebenso ist es von Nutzen, wenn Sie diese Page an Interessierte weiterempfehlen.

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Das auf der Prioritätenliste nachfolgende Projekt - ein bemalter Kielflügel aus dem Jahr 1608 - ist in der Video-Präsentation XIX: "Abenteuer Forschung - Einblick in aktuelle Arbeiten" vorgestellt. Ebenso erscheint er im Video-Beitrag IV: "Vom Bänkelsang zum Tonfilm". Nach Ansicht des Verfassers geht die Bildinvention auf Königin Christine von Schweden zurück, welche ein Cembalo aus dem Prager Kunstraub übermalen liess. Video XVIII "Vom Garten Eden nach Arkadien" stützt diese Annahme. Demzufolge wäre in der unteren Malschicht ein Gemälde zu erwarten, welches bis 1650 noch betrachtet werden konnte und für den Kaiserhof oder dessen unmittelbares Umfeld bestimmt war.

Die Möglichkeit einer Zuordnung zu spezifischen Auftraggebern ist ausserordentlich selten und im vorliegenden Fall wird schon jetzt offenbar, welchen Stellenwert kunstwissenschaftliche Forschung in der Organologie hat. Nicht nur, dass das der Bildinvention zugrunde liegende Opernlibretto aufgefunden werden konnte - die bewusste Szenenwahl sowie die Abweichungen vom Originaltext verraten die Identität und die Vorlieben der Auftraggeberin.

Mit der Röntgenaufnahme wird sich die Quellenlage noch einmal erweitern und es wird eine neue Aufgabe darin bestehen, den Maler der unteren Malschicht zu indentifizieren, was mit Hilfe von Vorzeichnungen oder Vergleichsgemälden auch bei fragmentarischem Erhaltungszustand durchaus gelingen kann - insbesondere weil für den Kaiserhof keine unbedeutenden Künstler tätig waren. Das Motiv als solches wird eigene Aussagen zulassen. Nachdem das Vorsatzbrett ebenfalls übermalt wurde, wäre die Entdeckung eines Wappens nicht verwunderlich. 

Sollte die vorgestellte Arbeitshypothese durch eine Röntgenuntersuchung verifiziert werden können, liesse sich die Geschichte des Instruments, welches Andreas Ruckers in Antwerpen anfertigte, nahezu lückenlos rekonstruieren - von dort startete es in ein ein filmreifes Abenteuer, schon weil es den 30jährigen Krieg unbeschadet überstand - und nebenbei würde sich ergeben, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit Allessandro Scarlatti in der Villa Riario in Rom in Anwesenheit der Königin darauf musizierte. 

Die jüngere Geschichte des Instruments - inkl. Umbau zum Hammerflügel und Rückbau zum Cembalo - sowie die Tatsache, dass es in Brownsea Island die beiden Weltkriege überstehen konnte, ist bekannt. Heute befindet es sich in der Russell-Collection in Edinburgh.

Mein besonderer Dank gilt den Kuratoren, John Barnes und Grant O'Brien für die Möglichkeit, eine eingehende Gemäldeanalyse im Rahmen eines Volontariats vornehmen zu können.